 |
| Wir alle kennen die Klischeebilder: Sie sind schmackhaft und aufreizend. Böse Zungen behaupten noch dazu sie wären schon vor unserer Bearbeitung Sinn entleert. |
 |
 |
| Warum nicht: Schnelle Schnitte und einfache Lösungen. Wir sagen ja! |
 |
 |
| 100% Baumwolle dran oder drin? |
 |
 |
| Ja bitte, packen sie für meine Freunde doch noch ein paar Kilo Innereien ein. |
 |
 |
| Beide Plakate, die den Zeitungskiosk auf dem Bahnhof säumen, zeigen Fleisch. Rrrrr. |
 |
|
|
Werbung ist heilig. Bereits das Grundgesetz weiß: Die Würde der Werbung ist unantastbar. Wer das nicht glaubt, kann in Artikel 36 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte nachlesen: Jeder Mensch hat überall Anspruch auf Anerkennung als Kunde. Und schon die Kleinsten lernen daheim am Abendbrottisch: Mit Werbung spielt man nicht! Schließlich gibt es noch immer genug nach Werbung hungernde Kinder in Afrika. Doch in Berlin-Friedrichshain sieht die Wirklichkeit anders aus: Mutig rufen wir in den Hinterhof der Kreativmetropole: "Darf die Werbung zum Spielen runter kommen?"
Im November darf sie: Dann nämlich wird im U-Bahnhof Samariterstraße mit zwöf Plakaten mal ordentlich für Dinge geworben, die der moderne Mensch wirklich braucht: Das innovative Print-Magazin "Prison Bride" beispielsweise. Für die Vorteile eine Lobotomie. Oder - grusel, grusel - für Robbenjagd als Adventure-Sport.
Dumm daran: Nichts von all dem verweist auf einen erkennbaren Absender, auf dem U-Bahnhof findet sich kein Hinweis darauf, wer das Projekt gemacht hat und was es will. Es gibt keine Erklärung, dass man sich in einem Kunstprojekt befindet. Statt dessen stehen die Menschen vor Restbildern bekannter Werbeklischees und Werbewelten und müssen sehen, wie sie mit der Situation zurecht kommen.
Warum? Wir wollen der Welt zeigen, was die Werbung in den Köpfen unserer Designer und Freunde angerichtet hat und wie wir damit umgehen. Für das Projekt heißt das: die Werbung nicht aus bildungsbürgerlichem Dünkel zu negieren, sie aber auch nicht kritiklos hinzunehmen, sondern vielmehr verschmitzt zu reflektieren. Wir geben uns nicht der Illusion hin, das triste Gesicht der Werbung durch unsere kleine Aktion grundlegend zu ändern. Vielmehr ist es unser Wunsch zahlreichen Menschen ein kleines Lächeln auf's Gesicht zu zaubern. Denen nämlich, die tagein, tagaus die Versuchskaninchen großer Unternehmen und Werbagenturen spielen müssen - ihnen gehört unser ganzes Herz. Ebenso geben wir den Entscheidern Anstoß und Chance, in Zukunft alles besser zu machen - natürlich mit uns!
Zur Dokumentation des Projekts erscheint ein Katalog, der das Projekt und Reaktionen darauf darstellt. Ähnlich einem aktuellen Magazin werden aber auch andere Projekte und Künstler vorgestellt, die sich experimentell mit Werbung und Marken spielen.
Damit Sie auch morgen noch kraftvoll zugucken können!
Initierung und Leitung des Projektes:
Stephan König, Konzeption & Creative Direction Website
Hans Spiess, Organisation Website
Mitarbeit am Projekt:
Florian Bielefeld, Konzeption & Illustration Website
Björn Burkhart, Konzeption & Fotografik Website
Matthias Jähnicke, Model
Kalle Kroll, Fotografie & Netzwerk
Andy Küchenmeister, Konzeption & Fotografie Website
Res Mattis, Konzeption & Text
Ulrich Scheel, Konzeption & Illustration Website
Torsten Schmitt, Konzeption & Fotografie
Sami Seyfert, Konzeption & Text
Unterstützung:
Ellerhold Gruppe, freundliche Unterstützung Website
Gutenberg Beuys Druckerei, freundliche Unterstützung Website
Kulturamt Berlin Friedrichshain/Kreuzberg, Fördergelder Website
 |
| Ein Produkt auf das die Welt gewartet hat: Liquid Lunch. Genau richtig für den aktiven Städter. |
 |
|